Coinbase-CEO Brian Armstrong sagte am 9. September, dass die Börse ein Finanzkonto für KI aufbaut, während Unternehmensdokumentation zeigt, dass Agenten bereits auf isolierte Portfolios zugreifen und unterstützte Trades ausführen können.
Zusammenfassung
- Coinbase Brian Armstrong sagte, dass die Börse ein Finanzkonto aufbaut, das für KI-Agenten konzipiert ist.
- Coinbase for Agents unterstützt bereits isolierte Portfolios, Kryptowährungshandel, Derivate, Aktien und Portfolio-Management-Tools.
- Benutzer können das Risiko eines Agenten begrenzen, indem sie ein separates Portfolio mit kontrollierten Kontoberechtigungen finanzieren.
- x402-Zahlungen für von Agenten genutzte Recherchen, Datendienste und Computing sind offiziell als „demnächst verfügbar“ aufgeführt.
- Coinbase warnt, dass KI-Agenten Anweisungen falsch interpretieren können, und erklärt, dass Benutzer für autorisierte Aktionen verantwortlich bleiben.
Armstrong gab das Projekt bekannt, während er auf Ruby on Rails-Erfinder David Heinemeier Hansson, allgemein bekannt als DHH, antwortete. Hansso fragte, welches Unternehmen die erste „agentische Bank“ bauen würde, bei der eine Maschine ein Taschengeld und die Erlaubnis erhalten könnte, routinehafte Ausgaben zu verwalten.
„Coinbase baut das Finanzkonto für KI“, antwortete Armstrong. Die kurze Erklärung enthielt kein Startdatum, keinen Produktnamen, keine Gebührenstruktur und keine regulatorischen Details. Sie sollte daher als Beschreibung der Richtung von Coinbase und nicht als Bestätigung eines neuen Bankprodukts betrachtet werden.
Die aktuelle Dokumentation von Coinbase liefert mehr Details. Coinbase for Agents ist bereits als Handelsverbindung zwischen unterstützten KI-Anwendungen und Coinbase Advanced Trade verfügbar. Der Dienst nutzt einen entfernten Model Context Protocol-Server oder eine lokale Kommandozeilenschnittstelle.
Isolierte Portfolios begrenzen das Geld, auf das Agenten zugreifen können
Die Coinbase-Dokumentation empfiehlt Kunden, ein separates Portfolio zu erstellen, es nur mit Vermögenswerten zu finanzieren, die sie bereit sind, einzusetzen, und die Berechtigungen eines Agenten auf dieses Portfolio zu beschränken. Diese Struktur begrenzt den Betrag, der gefährdet ist, wenn ein Agent eine Anweisung missversteht oder eine unerwartete Order einreicht.
Der Dienst unterstützt derzeit Spot-Handel über mehr als 900 Kryptowährungspaare. Er unterstützt auch berechtigte US-Futures, S&P 500-Aktien, Portfolioüberwachung und Konvertierungen zwischen USDC und US-Dollar. Der Zugang zu Aktien und Derivaten bleibt von der Kundenberechtigung und den geltenden regulatorischen Beschränkungen abhängig.
Überweisungen, die über die API-Berechtigungen eines Agenten durchgeführt werden, können Vermögenswerte zwischen autorisierten Coinbase-Portfolios verschieben. Laut Coinbase erlauben diese Berechtigungen keine Auszahlungen an externe Blockchain-Adressen. Kunden können den Zugriff einer Anwendung auch über ihre Coinbase-Sicherheitseinstellungen widerrufen.
Die Aktienfunktionalität ist Teil der breiteren Expansion von Coinbase über Spot-Krypto hinaus. Wie crypto.news berichtete, reichte Coinbase zwei SEC-Registrierungen für US-Aktien-Perpetuals ein, obwohl diese Einreichungen kein Produktstartdatum festlegten.
x402 könnte Agenten ermöglichen, für einzelne Dienste zu bezahlen
Coinbase entwickelt separat x402, ein Zahlungsprotokoll, das es Menschen oder Maschinen ermöglicht, für eine Online-Ressource innerhalb einer HTTP-Anfrage zu bezahlen. Seine Übersicht besagt, dass Agenten Tool-Aufrufe, Daten oder andere digitale Dienste kaufen können, ohne einen herkömmlichen Checkout- oder Abonnementprozess abzuschließen.
Coinbase sagt, dass seine Entwicklerplattform mehr als 100 Millionen x402-Zahlungen über Base und Solana abgewickelt hat. Diese vom Unternehmen gemeldete Zahl zählt die Zahlungsaktivität, legt jedoch nicht fest, wie viele unabhängige Benutzer oder autonome Agenten diese Transaktionen initiiert haben.
Direkte x402-Zahlungen über Coinbase for Agents bleiben als „demnächst verfügbar“ aufgeführt. Die geplanten Funktionen umfassen Zahlungen für Recherchen, Daten-APIs und Computing-Ressourcen, die von einem Agenten genutzt werden. Coinbase hat kein festes Aktivierungsdatum veröffentlicht.
Unabhängige Forscher haben ebenfalls Sicherheitsbedenken identifiziert. Eine Studie vom Juli 2026 berichtete über Regelverstöße bei 15 x402-Facilitatoren und beschrieb möglichen Diebstahl von Vermögenswerten, unbezahlte Servicenutzung und Gas-Missbrauch. Die Forscher gaben an, dass betroffene Anbieter, darunter Coinbase, die Ergebnisse anerkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen haben.
Nutzer bleiben für jede Agentenaktion verantwortlich
Coinbase warnt ausdrücklich, dass KI-Agenten Fehler machen, Anweisungen falsch verstehen oder ungenaue Ergebnisse liefern können. Nutzer bleiben dafür verantwortlich, Trades, Überweisungen und Kontenänderungen, die über agentische Workflows durchgeführt werden, zu überprüfen und zu autorisieren.
Die Dokumentation empfiehlt, den Vermögenswert, den Betrag, die Orderart und das ausgewählte Portfolio klar anzugeben. Coinbases Tests ergaben, dass einige Modelle das falsche Handelspaar wählen oder nach der Vorschau einer Order aufhören könnten, anstatt sie auszuführen. Diese Einschränkungen erschweren Armstrongs weiterreichende Vision, dass Maschinen Finanzaufgaben eigenständig verwalten.
Coinbase hat nicht gesagt, ob das geplante Finanzkonto Karten, Banküberweisungen, wiederkehrende Rechnungen oder direkte Händlerzahlungen umfassen wird. Es wurde auch nicht erklärt, wie Identitätsprüfungen, Streitfälle, Rückerstattungen und rechtliche Verantwortung funktionieren würden, wenn Software eine Transaktion initiiert.
Der nächste bestätigte Meilenstein wäre die Aktivierung von x402-Zahlungen innerhalb von Coinbase for Agents oder eine formelle Produktankündigung, die umfassendere Ausgabenfunktionen beschreibt. Bis dahin bietet Coinbase ein KI-verbundenes Handelskonto mit kontrolliertem Portfoliozugriff an, statt eines vollständig autonomen Bankkontos.






